Freitag, 21. Dezember 2007

Amazonas – Dschungel

Am Dienstag, 18.12.2007, sind wir mit Amaszonas also nach Rurre geflogen. Da die Grasslandebahn in Rurre für die Landung trocken sein muss, mussten wir noch etwas um unseren Flug bibbern.

DSC03134Eigentlich hätten wir gegen 10.00 h morgen fliegen sollen, jedoch wurde unser Flug etliche Male geschoben. Schlussendlich hiess es dann um 14.00 h, dass wir nun fliegen würden. Ufff, da waren wir doch ziemlich erleichtert.

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In Rurre angekommen, stürzten wir uns als erstes in unsere kurzen Kleider, denn die Temperaturen hier sind doch merklich wärmer und auch feuchter wie zuvor in den Anden. Zurzeit befinden wir uns nur noch auf gut 200 müM. Dann kümmerten wir uns um unsere Touren; zuerst 3 Tage Dschungel und danach 3 Tage Pampas. Am ersten Tag fuhren wir mit dem Boot den Fluss Beni hoch. Wir sind zu sechst auf Tour, zusätzlich zu uns 4 Schweizern, sind noch Idan (ISR) und Anne (FRA) mit von der Partie. Fehlen durfte natürlich auch nicht unser Führer und eine Köchin.

DSC03168Die Fahrt dauert gut 4 Stunden. Etwas länger wie geplant, aber dies hatte wohl mit dem Wasserstand des Flusses zu tun. Denn die vorherigen Tage hatte es offenbar heftig geregnet, was auch die Baumstämme und Pflanzen im Wasser erklärt.

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P1150096Wir waren dann doch etwas geschockt über den Zustand unserer Unterkunft. Dies besserte sich dann aber, sobald wir unsere Betten mit einem Leintuch und mit den Moskitonetzen bezogen hatten sowie als die WCs mehr oder weniger geputzt waren.

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DSC03223Nach dem Mittagessen ging es dann durch den Dschungel auf eine Hügel, von wo man über den Fluss Beni sehen konnte sowie fliegende Papageien, die im Felsen unter uns ihre Nester hatten. An unserem ersten Tag, lernten wir den folgenden Satz von unserem Führer kennen: " Todo es possible pero nada es securo - alles ist möglich, aber nichts ist sicher." Dies wurde dann während des ganzen Dschungelaufenthaltes unser Leitsatz.

P1150148Am zweiten Tag sind wir wieder durch den Dschungel gestreift mit dem Ziel eine Dorfgemeinschaft zu besuchen. Unterwegs erklärte uns unser Führer, René, die Pflanzen und Bäume sowie deren medizinische oder giftige Bedeutung.

P1150162Wie die Leute in ihren Hütten leben, ist für uns kaum vorstellbar. Bei ihren Hütten haben sie auch ihre Äcker (Bananen, Reis, Kartoffeln, Mangos, etc.), durch welche sie sich selbstversorgen.

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P1150259An diesem Tag war es merklich feuchter, da die Sonne uns beglückte. So nutzten wir dann dankbar nach dem Mittag die Dusche… will heissen Wasser schöpfen mit einer Plastikflasche im nahe gelegenen Bach und sich dieses über den Körper leeren.

DSC03196Gegen Abend sind wir dann nochmals in die Nähe von den Papageien. So hatten wir die Chance diese auch mal in den Baumästen sitzend und über unsere Köpfe fliegend sehen. Nebst den Papageien haben wir natürlich noch jede Menge von Insekten sichten können, aber nicht wirklich was gefährliches.

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P1150277An unserem letzten Dschungeltag haben wir am Morgen Schmuck aus irgendwelchen Kernen oder Nüssen hergestellt. Jeder von uns hat sich einen „Holz“-Ring angefertigt. Zuerst war Materialssuche angesagt, dann sägen, dann schmirgeln und zu guter letzt noch mit Zigarettenasche Glanz anbringend.

DSC03218Nach dem Mittagessen hiess es vom Dschungel Abschied nehmen. Wir sind dann wieder mit dem Boot in Richtung Rurre den Fluss Beni hinuntergeduckert.

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P1150369Die Rückfahrt ging merklich schneller, da es viel weniger Wasser und kein Treibholz mehr im Wasser hatte. Ihr fragt euch sicherlich, weshalb wir immer nur in weissen Hemden zu sehen waren. Diese wurden uns vom Touranbieter zur Verfügung gestellt. Die Insekten und Moskitos sollen sich weniger auf weiss stürzen. Und wenn doch, dann sieht man sie sehr gut und wird nicht auf einmal von was Krabbelndem überrascht.

Montag, 17. Dezember 2007

La Paz

Heute nun ging es in die Millionenstadt La Paz auf gut 3'600 müM. Aber als erstes mussten wir die Seestrasse von Tiquina im Lago Titicaca überwinden. Wenn wir nicht bereits davon vorab gehört hätten, wären wir wahrscheinlich leicht in Panik ausgebrochen. Denn als wir dort ankamen, hiess es aus dem Bus aussteigen (natürlich ohne grosse Erklärung) und den anderen Leuten nachlaufen. Dann wurde unser Bus auf eine Holzfähre verladen und ging ohne uns und immer noch mit unserem Gepäck im Bauch des Busses über den See.

DSC03067Bei strömendem Regen mussten wir auf das kleine Boot warten, welches auch uns dann über die Seeenge brachte.

DSC03068Die Busfahrt von Copacobana nach La Paz dauerte nicht mal vier Stunden. Als erstes kümmerten wir uns um einen Flug nach Rurrenabaque (kurz Rurre) im Amazonasgebiet. Tatsächlich hatte es noch 4 Plätze frei und so fliegen wir als Morgen in den Dschungel. Danach haben wir uns La Paz angeschaut. Heute hat die Zeit nur für das „alte“ Zentrum rund um den Plaza Murillo und die Kathedrale gereicht.

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DSC03079Natürlich sind wir noch durch die Märkte gestreift. Uns kommt es so vor, wie wenn La Paz eine einzige Marktstadt wäre.

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DSC03094Alles gibt es auf der Strasse zu kaufen, von der Schraube bis zu Hygieneartikeln. Auf dem Hexenmarkt waren dann auch allerlei komische Dinge zu sehen: trockene Frösche, getrocknete Lama-Föten etc. Unser Hostal lag vis-à-vis des Gefängnisses San Pedro, wenn wir es nicht in unserem Reiseführer gelesen hätten, hätten wir dies nicht mal bemerkt.

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DSC03096Am meisten beeindruckt hat uns, wie die Stadt in die Hügel hinauf gebaut wurde (oder immer noch wird).

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Isla del Sol

Wir wollten zusammen mit Renate und Dani eine 2 Tagestour zur Isla del Sol im Lago Titicaca machen. Eigentlich wären wir zuerst rund 17 km dem Seeufer bis zu einem Dorf gewandert, um dann noch gut 15 Minuten mit dem Schiff hinübersetzen zu können. Aber das Wetter wollte am Morgen nicht so wie wir. Schon während der Nacht hat es geregnet und in der Ferne konnten wir sogar weiss am Seeufer sichten (also merklich kälter). Bei einem gemeinsamen Frühstück beschlossen wir, noch etwas abzuwarten und wetterabhängig erst nach dem Mittag von Copacobana aus mit dem Boot zur Isla del Sol zu fahren.

P1140864_thumb1Da sich dann das Wetter immer mehr besserte, hatten wir wenigstens eine schöne 1 ½stündige Schiffsfahrt.

P1140895_thumb1Am Bootssteg von Yumani angelangt stiegen wir erst mal, vorbei an einem Inkabrunnen, etliche Inkastufen zum Dorf hoch.

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P1140902_thumb1Da wir die ganze Insel ablaufen und die Ruinen im Nordwesten sehen wollten, uns dies aber in einem Tag zu stressig war, sind wir dann noch am selben Tag gegen Nordwesten nach Challapampa gewandert. Über Felder und Wiesen, vorbei an Dörfern, Schweinen, Eseln und Menschen.

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Im Hintergrund wurden wir vom Bergmassiv Cordillera Real, leider etwas mit Wolken umhüllt, begleitet. In Challapampa haben wir doppelt so teuer wie in Copacobana, für 80 Bs (rund 12 CHF) pro Zimmer, übernachtet; was ja eigentlich nicht wirklich teuer ist. Natürlich ist hier auf der Insel alles wieder etwas teuerer, aber auch verständlich zumal sie alles vom Festland mittels Booten anschaffen müssen. Nach der Wanderung auf gut 4'000 müM, mundete uns allen das Essen wirklich toll.

P1140948_thumb1Gestern noch trocken in den Nordwesten der Insel gelangt, hat es natürlich während der Nacht wieder zu regnen angefangen. Da das Frühstück ziemlich lange auf sich warten liess, besserte sich das Wetter immerhin etwas. Es hörte auf zu regnen und es war nur noch stark bewölkt ;-). Wir machten uns dann auf die Ruinen zu erkunden.

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isla1_thumbOb wir dann den Weg zurücklaufen würden, machten wir vom Verlauf der Besichtigung und der Wetteränderung abhängig. So sind wir zuerst durch das Labyrinth von Chincana geirrt und haben den ehemaligen Opfertisch besichtigt (früher fanden hier offenbar Llamas ihr Ende, vielleicht gibt es deshalb auf der Insel sehr wenige von diesen Tieren zu sehen).

P1140987_thumb1Beim Opfertisch selbst, hat dann noch jemand ein Ritual vorgenommen, wobei wir jedoch nicht herausfinden konnten, um was es sich handelt. Aber da Touristen mit von der Partie waren, nehmen wir mal an, dass alles nur Show war. Wir machten uns dann schlussendlich doch auf wieder in Richtung Südosten der Insel zu laufen. Im Gegensatz zum Vortag ging es nun alles entlang auf einer Art Höhenweg, über die Insel hinweg.

P1140997_thumb2Da sich die Sonne zwischendurch dann doch auch mal noch zeigte, konnten wir den Lago Titicaca zum Teil in einem Wahnsinnsblau sehen. Zusätzlich konnten wir uns so zum Teil auch von unseren Mützen und Windjacken befreien.

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P1150022_thumb1Nach einem Abschlusskaffee in Yumani mit Blick auf den Lago Titicaca, neigte sich unsere zweitägige Tour schon dem Ende zu. Wieder mit dem Boot zurück nach Copacobana beendeten wir unseren Ausflug zur Isla del Sol.

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